Schilferige oder schuppige Beschaffenheit der Haut.

Faltenbildung in der Haut, besonders am Grunde der Mähne und zu beiden Seiten des Halses, der sich bei der inveterirten Räude vom Kopf bis zur Schulter mit quer, d. h. von der Mähne zur Luftröhre verlaufenden Hautfalten bedeckt.

Krusten und Borken, auch Risse und innerhalb der­selben secretorische Processe oder leichte Blutaustretungen in derHaut. Eine Folge des heftigen Reibens an harten Gegenständen.

Mangelhatte Ernährung und bei monate- oder jahre­langer Dauer der Krankheit Kachexie.

Dermatocoptesräude des Pferdes. Scabies equi dermatocoptica.

Pathogenese. Die Saugmilbe (Dermatocoptes communis Fürst.) gräbt sich nicht unter die Epidermis; sie durchbohrt dieselbe blos und saugt ihre Nahrung aus der Cutis. Diese Milben leben demnach auf der Haut. Durch ihre Bisse entstehen kleine Knötchen und diffuse Reizungs-processe in der Haut. Hiermit verknüpft sich ein heftiger Juckreiz. In Folge des Benagens und Reibens bilden sich Schuppen, sowie blutrünstige Risse, Schrunden, Krusten und Borken an den kranken Haut­partien. Allmälig lockern sich die Haare mehr und mehr. Sie fallen mit den Schuppen oder beim Reiben ab. An den kahlen Stellen erscheint die Haut zunächst glänzend; aber bei dem fortdauernden Parasitismus der Milben verdickt sich dieselbe, so dass rissige Schuppen, Runzeln und Falten entstehen.


Verlauf.

Sowohl bei der Sarcoptes-, als bei der Dermatocoptes-räude vergehen nach der Ansteckung etwa 14 Tage, bis sich die Krank­heitssymptome wahrnehmen lassen. Sie sind auch dann noch sehr ge­ringfügig. Erst nach 4—6 Wochen treten die Erscheinungen deutlicher hervor. Werden die Pferde nun einer Behandlung nicht unterzogen, so verbreitet sich die Krankheit in wenigen Wochen über einen grossen Theil des Körpers. — Die Abmagerung macht sich bei alten Pferden schneller bemerklich, als bei jungen. Letztere erhalten sich nicht selten 1 — 2 Jahre bei Kräften, besonders wenn sie gut gefüttert werden. Schliesslich tritt Appetitmangel ein und die Pferde gehen durch die allmälig zunehmende Abmagerung zu Grunde. Wird die Krankheit aber durch gute Hautpflege und medicamentöse Behandlung auf einem niederen Grade erhalten, so kann sie mehrere Jahre fortbestehen.