Blutrünstige Beschaffenheit und entzündliche Verdickung der Haut, gewöhnlich nur in den höheren Krankheitsgraden.
Verlauf.
Bei guter Hautpflege erhält sich die Dermatophagusräude dauernd auf einem niedrigen Grade. Je länger und dichter aber das Haar an den Gliedmassen ist, um so mehr wird die Vermehrung der Milben begünstigt. Im Winter steigert sich die Fussräude bis zu einem augenfälligen Grade, während nach dem Haarwechsel im Sommer die Milben sich so bedeutend vermindern, dass die Zeichen der Krankheit kaum noch bemerkt werden.
Wenn die Fussräude nicht behandelt wird, so überträgt sie sich zuweilen auf die Nebenpferde, soweit dieselben mit den kranken in unmittelbare Berührung kommen. Ich hatte 1874 Gelegenheit, die Pferde in zwei Gehöften eines Dorfes wegen der Fussräude zu behandeln. Andererseits kenne ich aber mehrere Fälle, in welchen die Krankheit sich in einem Gehöfte auf ein angekauftes Pferd beschränkte, während die übrigen Pferde des Bestandes verschont blieben. Gerlach giebt an, dass die Ansteckung nur sehr selten stattfinde. — Bei dem kranken Pferde selbst erfolgt die Verbreitung von einem Hinterfusse auf den anderen leicht; dagegen wird, wie Gerlach schon hervorgehoben hat, niemals beobachtet, dass der Ausschlag sich von den Hinterfüssen auf die Vordergliedmassen überträgt.
Diagnose.
Die Kenntniss der Erscheinungen und die Berücksichtigung der That-sache, dass der krankhafte Juckreiz sich der Regel nach nur in der Köthe. oder am Schienbein der hinteren Gliedmassen bemerklich macht, ermöglichen die Diagnose leicht. Eine besondere Berücksichtigung erfordert nur der Parasitismus der Läuse. — Mehrfach ist mir begegnet, dass das Ausschlagen des mit der Fussräude behafteten Pferdes gegen die Stallwände, welches die Personen während der Nacht im Schlafe störte, mit allerlei mysteriösen Vorgängen in Verbindung gebracht wurde. Auch bilden sich die Laien zuweilen die irrthümliche Meinung, dass das Stampfen und Ausschlagen des Pferdes ein Merkmal des Dummkollers sei.
Durch eine sorgfältige Befunderhebung kann die Diagnose in praxi schon ohne den directen. Nachweis der Milben gesichert werden. Im Uebrigen ist, wie Gerlach zuerst erörtert hat, dasAuffinden der Milben leicht. „Die feinen mehligen Hautschuppen in der Köthe enthalten in der Regel so viel Milben, dass sie dem unbewaffneten Auge lebendig erscheinen. Mit einer Loupe kann man die Milben darin bestimmt erkennen".