Prognose

Die Dermatophagusräude ist eine unerhebliche Krankheit, die leicht geheilt werden kann und sich in der Regel nicht auf andere Pferde überträgt. Sie wird deshalb im Sinne des Seuchengesetzes nicht als „Räude" betrachtet. Ger-lach (Gerichtl. Thierheilk., 2. Aufl., S. 324) hat sich auch in forensischer Hinsicht dafür ausgesprochen, dass dieselbe wegen ihrer Geringfügigkeit nicht zu den Gewährs­mängeln gezählt werden könne.

Therapie

Zur Behandlung der Affection sind wiederholte Waschungen der be­treffenden Gliedmassen mit einem der nachbenannten Präparate geeignet: Benzinum Petrolei (1) in Spiritus (10); oder: Kai. sulfuratum (1) in Aqua (7); oder: Hydr. bichlor. (1) in Aqua (100) unter Zusatz von Kreosotum (5); oder: Acidum oarbol. purum (1) in Aqua (25). Es genügt fast stets, wenn die Waschung während 4 bis 5 Tage einmal täglich ausgeführt wird.


Capitel XXXIV. Läuse. — Haarlinge. — Vogelmilbeii.

Die Pferdelaus (Pediculus equi; Haematopinus macroeephalus) ge­hört zu den blutsaugenden Hautparasiten und belästigt die Pferde durch den heftigen Juckreiz, den sie unterhält. Im Winter wird die Vermehrung der Läuse durch das lange Deckhaar begünstigt, während in den Sommer-Monaten bei geregelter Hautpflege der betreffenden Pferde die Zahl der Läuse sich erheblich vermindert. Im Uebrigen hat der Nährzustand der Pferde auf die Ansiedelung der Läuse keinen wesentlichen Einfluss. Auch die bestgenährten Pferde können dem Parasitismus derselben unter­worfen sein. — Die Fortpflanzung der Läuse vollzieht sich durch Eier (Nisse), welche mit einer klebrigen Hülle versehen sind und an den Haaren der Pferde ziemlich fest haften. — In grösseren Beständen verbreiten sich die Läuse nicht selten innerhalb einiger Monate auf sämmtliche Pferde. Sie bevorzugen die Regionen des Körpers, die von der Abkühlung weniger stark betroffen werden (Hals zu beiden Seiten am Grunde der Mähne, Flanken, innere Schenkelflächen und Köthenzopf). Bei starker Verviel­fältigung finden sich die Läuse auch an der Schulter und am Rumpfe. — Auf andere Thiere oder den Menschen verbreitet sich die Pferdelaus nicht.

Symptome und Diagnose.

Ziemlich starkes Juckgefühl in der Haut. Häufiges Scheuern und Nagen an einzelnen Partien des Körpers. Bebbern mit den Lippen und Umwendung des Kopfes, zuweilen Ergreifen von Gegenständen mit den Schneidezähnen, sobald die betreffenden Hautstellen anhaltend gerieben weiden. Reichliche Abschuppung der Epidermis. Rauhes, glanzloses Haar. Stellenweises Abrasiren der Haare und entzündliche Schwellung der Haut in Folge des anhaltenden Scheuerns.

Die vorerwähnten Erscheinungen finden sich auch bei der Dermatocoptesräude. Indess lassen sich bei aufmerksamer Untersuchung der Haut die Eier (Nisse) an den Flanken und anderen Regionen, gewöhnlich auch einige Exemplare der .Läuse selbst nachweisen.